GENERALVERSAMMLUNG – WAHL ZUM NEUEN VORSITZ – STREITGESPRÄCH ANDROSCH-SCHMID‏

Geschätzte Mitglieder!

Zur Wahl um den Vorsitz unserer Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten in der kommenden Woche am 30. Mai treten zwei unserer Mitglieder an: die derzeitige Vorsitzende Elisabeth Nöstlinger und das Vorstandsmitglied Oliver Lehmann. Aus diesem Grund hat sich der Klub entschlossen, auch eine Wahl per E-Mail zu ermöglichen, für die aber bestimmte Voraussetzungen gelten:

1. Das E-Mal ist ausnahmslos an erich.witzmann@diepresse.com zu senden. Warum Witzmann? Ich scheide nach 32 Jahren aus dem Vorstand aus (seit 1980 im Gremium, 1983-90 Vizevorsitzender, 1990-2000 Vorsitzender, 2010-12 Vizevorsitzender), ich bin also in dieser Funktion entschieden unparteiisch, ich bin sozusagen ein Treuhänder und gebe die individuellen Wahlentscheidungen absolut niemanden bekannt.

2. Die Stimmabgabe eines Mitglieds muss von einem personalisierten E-Mail-Account erfolgen, es muss also aus dem E-Mail-Absender auch der Name des Mitglieds hervorgehen.

3. Die Stimme muss bis spätestens Mittwoch, 30. Mai, 15 Uhr eingetroffen sein.

Anhaltspunkte für die individuelle Entscheidung sollen kurze Darstellungen der Kandidaden liefern, die in Attachments beigegeben sind

Dennoch verweise ich auf die Generalversammlung, erstens werden sich die beiden Kandidaten/in mündlich vorstellen, zweitens werden die übrigen acht Vorstandsmitglieder nach der Wahl des Vorsitzes (Vorschlag des/der neuen Vorsitzenden, dazu mögliche weitere Bewerbungen für die jeweiligen Funktionen) auf der Generalversammlung gewählt.

Herzlichst Ihr/Euer Kollege Erich Witzmann

EINLADUNG

zur Generalversammlung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten

am Mittwoch, 30. Mai 2012, 17.30 Uhr, im Presseclub Concordia, 1010 Wien, Bankgasse 8. Beginn der GV statutengemäß um 18h.

TAGESORDNUNG

  1. Begrüßung und Eröffnung durch die Vorsitzende
  2. Arbeitsbericht über die letzten zwei Jahre
  3. Vorlage des Kassenberichts und Bericht der Rechnungsprüfer
  4. Neuwahl des Vorstandes
  5. Neuwahl der Rechnungsprüfer
  6. Neuwahl des Schiedsgerichts
  7. Zukunftsperspektiven des Klubs
  8. Allfälliges

ENDE DER GENERALVERSAMMLUNG 19.20

AB 19.30 STREITGESPRÄCH mit

Dr. HANNES ANDROSCH und Dr. GÜNTER SCHMID (langjähriger Direktor des Wiedner Gymnasiums, der Sir-Karl-Popper-Schule

über die Umsetzung des Bildungsvolksbegehrens

Anträge, die in die Tagesordnung aufgenommen werden sollen bzw. andere Vorschläge für die Wahl des Vorstandes müssen bis spätestens 25. Mai 2012 schriftlich an den Vorstand des Klubs gerichtet werden (klub@aon.at), die Vorschlagsliste für den neuen Vorstand geht Ihnen zeitgerecht zu.

Elisabeth J. Nöstlinger

Vorsitzende

–Weitergeleitete E-Mail-Anlagen–

Kandidatur zur Vorsitzendes des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten von

Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum, Wissenschaftsredakteurin ORF, Producerin Das Salzburger Nachtstudio und CityScienceTalk. Buchautorin

Erfolgreiche, in der Österreichischen Medienlandschaft stark und breit verankerte Journalisten sind notwendig, um den statutengemäßen Ansprüchen des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten Rechnung zu tragen. Mehr und mehr gilt es mit starken Lobbyisten, PR-Agenturen und der Öffentlichkeitsarbeit der Universitäten in konstruktiver Diskussion zu stehen, um jenen Journalismus fortzusetzen, der Copy and paste in Frage stellt.

Angeführte Ziele möchte ich mit den einzeln zu wählenden Mitglieder des Vorstandes erreichen.

Mag. Lisa Nimmervoll, Wissenschafts- und Bildungsjournalistin sowie Innenpolitikredakteurin,

„Der Standard“, Stellvertretende Vorsitzende

DI Martin Kugler, Wissenschaftsredakteur „Die Presse“

Dr. Veronika Schmidt, Wissenschaftsjournalistin „Die Presse“

Dr. Sylvia Unterdorfer, Wissenschafts-, Medizinredakteurin, ORF TV

Sonja Burger, freie Wissenschaftsjournalistin, „Die Presse“, „Heureka“

Statutengem ist der Klub ein Netzwerk für Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. Der Klub will seine Mitglieder bei der medialen Vermittlung der Sachgebiete Bildung, Wissenschaft und Forschung bei selbstverständlicher Wahrung der journalistischen Sorgfaltspflicht, des Ehrenkodex und der eindeutigen erkennbaren Trennung von Journalismus auf der einen Seite und Öffentlichkeitsarbeit bzw. PR und Werbung auf der anderen Seite unterstützen.

–      Dies kann er am besten, wenn die oder der Vorsitzende und die Mitglieder des Vorstands in den verschiedenen Redaktionen verankert sind.

Das hilft auch unseren jungen Mitgliedern, die unter oft schwierigen Bedingungen ihre Karriere starten. Einer Umfrage zufolge, die Veronika Schmidt dankenswerter Weise eingeholt hat, wollen sich die neuen Mitglieder etwa alle 6 Wochen weiterhin völlig ungezwungen treffen.

Berufliche Weiterbildung der Journalisten speziell in der Bildungs- und Wissenschaftsthematik  ist ein weiteres Ziel des Klubs, welches in den Statuten festgeschrieben ist.

–      Zahlreiche Ausbildungen werden angeboten. Der Markt für die Absolventen reicht nicht aus, sie zu beschäftigen. Eine realistische Diskussion mit Sendungsverantwortlichen, Ressortleitern etablierten und arrivierten  JournalistInnen der großen Tageszeitungen und Magazinen soll den jungen Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten ihre Chancen einzuschätzen ermäglichen und nach Bedarf Weiterbildungsveranstaltungen organisieren. Ein Mentorenprogramm soll sie begleiten.

Die Kontakte mit den Wissenschaftlern in- und ausländischer Universitäten soll weiterhin gepflogen und Besuche in den einzelnen Instituten organisiert werden. Ebenso zu den für Bildung und Wissenschaft zuständigen öffentlichen Einrichtungen, wie Ministerien, Magistrat der Stadt Wien, Rat für Forschung und Technologieentwicklung, Vereinigung der Österreichischen Industrie, Bereichsleitung für Bildung, Innovation und Forschung ,  Wirtschaftskammer Österreich, Arbeiterkammer ,  EU-Bildungsprogramme.

Es ist gelungen, dem Klub im Presseclub Concordia wieder eine Heimat zu geben. Eine weitere soll der Austausch der Mitglieder im Netz sein.

Science goes public lautet ein Schlagwort der Universitäten und unter dieser Devise wird die Öffentlichkeitsarbeit aufgerüstet.

Wozu also Wissenschaftsjournalismus?

Copy and paste- dazu verkommt mitunter der Wissenschaftsjournalismus. In der Schweiz ist das anders. Dort setzte beispielsweise dieGrande Dame des Wissenschaftsjournalismus, Rosmarie Waldner, während ihrer Zeit als verantwortliche Redakteurin des Tages-Anzeiger fünf Anstellungen durch. Mit ihren Analysen, Berichten und Kommentaren befähigen sie die Schweizer kenntnisreich , zu den Urnen zu gehen und über Gentechnik, Atomkraft etc. abzustimmen. Die Schweizer nehmen ihr Stimmrecht wahr, entscheiden mit. In Österreich sieht es anders aus. Für mehr als die Hälfte aller ÖsterreicherInnen ist Wissenschaft und Forschung bedeutungslos und etwa die Hälfte hält Grundlagenforschung weder für notwendig noch für unterstützenswert. Die Zahlen stammen vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung 2011. Bis heute haben sie sich wohl kaum verändert.  Schaffen hier aufgerüstete Wissensagenturen und zahlreiche PR-Stbe der Universitäten die Wissenschaftsjournalisten mit News versorgen einen Wandel? Die stilistisch gut gemachten Beiträge sind gute Platzfüller für schwach dotierte Redaktionen und für manche Journalisten eine willkommene Vorlage für kritisiertes Copy and paste. Ist also Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsjournalismus eine wertvolle Synergie oder unheilvolle Allianz? Manche Wissenschaftler sind wohl der Meinung, Wissenschaftsjournalismus sei eine Art PR-Service, dessen einzige Aufgabe es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse den Massen vereinfacht zu erklären. Andere sehen Wissenschaftsjournalisten als Verbündete. Einige unter ihnen erkennen den tiefgehenden Wert von Journalismus. Erkennen den ausgewogenen und skeptischen Blick geschulter Journalisten und den vertrauensbildenden Nutzen für die Gesellschaft durch fundierte Kritik. Außerdem sind beide einander nicht völlig fremd. Immerhin stehen sie auf demselben Fundament: Sie vertrauen darauf, dass Schlussfolgerungen Beweise bedürfen und alles hinterfragt werden kann. Dafür bedarf es qualifizierter, unabhängiger Journalisten. Ein zu diskutierender contrat  ethique, zwischen Wissenschaftlern, Wissenschaftskommunikatoren und Wissenschaftsjournalisten könnte die Spielregeln in der Wissensgesellschaft neu ordnen.

–Weitergeleitete E-Mail-Anlagen–

Geschätzte Mitglieder, werte Vorstandskollegen,

hiermit gebe ich meine Kandidatur für die Wahl des Vorsitzenden des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten am Mittwoch, dem 30. Mai, im Pressclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien, bekannt.

Meine Motive, kurz zusammengefasst:

Ich kandidiere, weil mir der Klub ein Anliegen ist, dessen Ziele in Zukunft stärker und sichtbarer praktiziert werden sollten. Konkret geht es mir um

1.) bessere Vernetzung,

2.) bessere Weiterbildung und

3.) bessere Vermittlung der Bedeutung des Bildungs- und Wissenschaftsjournalismus.

ad 1.) Austausch und Vernetzung sind enorm wichtig, weil immer mehr von uns entweder nicht fix in Redaktionen eingebunden sind oder durch immer härtere Anforderungen in den Redaktionen immer weniger Zeit für soziale Kontakte aufbringen können.

ad 2.) Weiterbildung beginnend im allereinfachsten, allerhilfreichsten Sinn der kollegialen Unterstützung bis zur Organisation von Fortbildungsseminaren.

ad 3.) In den Statuten heißt es: Die Tätigkeiten des Klubs basieren auf dem Grundsatz, dass Bildung und Wissenschaft zu den Grundpfeilern einer aufgeklärten, fortschrittsfähigen und solidarischen Gesellschaft gehören. Genau. Bitte mehr davon.

Im Falle einer Wahl freue ich mich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den bisherigen Vorstandsmitgliedern und all jenen, die sich im Klub verstärkt engagieren wollen. Ich will aber, was die genaue Zusammensetzung des Vorstandes betrifft, nicht der Generalversammlung vorgreifen, weil es laut Statuten ihre Aufgabe ist, die Vorstandsmitglieder zu wählen. Deswegen nehme ich Abstand von der Anführung einer Liste.

Eine ausführlichere Fassung dieses Text findet sich unter http://www.oliverlehmann.at/notizen/120524-warum-ich-kandidiere/

Mit kollegialen Grüßen

Oliver Lehmann

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